Das mittelständische Unternehmen Wallstabe & Schneider hat seine Produktions- und Büroflächen am Hauptstandort Niederwinkling durch den Bau einer neuen Halle erweitert. Mit der offiziellen Einweihung wird ein Projekt abgeschlossen, in das das Familienunternehmen rund 12,8 Millionen Euro investiert hat. Die neue Spritzgusshalle erfüllt die Anforderungen einer zukunftsorientierten Arbeitswelt und verbindet moderne Produktion mit einem nachhaltigen Baukonzept.
„Trotz aller Schwierigkeiten in der Autozulieferindustrie sehen wir die Investition als kraftvolles Bekenntnis zum Heimatstandort“, betont geschäftsführender Gesellschafter Christian Wallstabe.
Die neue Spritzgusshalle, entworfen von den Architekten der Straubinger Koch Gruppe, wurde auf einer bestehenden Werksfläche errichtet. Sie dient sowohl als Erweiterung als auch als Ersatz für Hallen, die teilweise seit den 1960er Jahren bestehen und den aktuellen energetischen, bautechnischen und produktionstechnischen Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. Das Bauvorhaben zeigt, dass industrielle Erweiterung auch ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich ist, indem Bestandsflächen effizient genutzt werden.
Ein besonderes Merkmal des Neubaus ist die innovative Holzkonstruktion, die den Einsatz von Beton- und Stahlelementen auf ein Minimum reduziert. Durch die Entscheidung für eine überwiegend in Holz errichtete Produktionshalle mit Holzdach konnten gegenüber einer vergleichbaren Stahlbeton- und Stahlkonstruktion rund 1.350 Tonnen CO2 eingespart werden. „Mit unserer Logistikhalle haben wir vor zehn Jahren gute Erfahrungen gemacht. Und weil wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Bau leisten wollen, haben wir uns wieder für diese umweltfreundlichere Bauart entschieden“, erklärt Wallstabe.

Die neue Spritzgusshalle von Wallstabe & Schneider wurde in Holzbauweise errichtet.
In den vergangenen Monaten wurden die Produktionsanlagen schrittweise in die neue Halle verlagert. Inzwischen haben dort rund 80 Spritzgießmaschinen ihren Platz gefunden. Mit der Inbetriebnahme der Halle wurde zugleich ein neues Logistikkonzept umgesetzt: Fünf autonome Transportroboter übernehmen künftig den innerbetrieblichen Materialfluss. Sie holen die Kisten mit fertigen Dichtungen direkt an den Produktionsmaschinen ab und bringen sie selbstständig zur Aufnahmestelle für die Einlagerung ins Logistikzentrum. Mit der neuen Halle gehen wir die nächste Evolutionsstufe in Richtung automatisierte Produktion“, erklärt Werkleiter Wolfgang Zisler.
Der Neubau bietet im Inneren zudem spürbare Verbesserungen für Produktion und Arbeitsumfeld. Auf rund 4.000 Quadratmetern Produktionsfläche sorgt eine fortschrittliche Klima- und Lüftungstechnik für optimale Be- und Entlüftung sowie verbesserte Temperatursteuerung. Gleichzeitig kann die bei der Produktion entstehende Abwärme künftig genutzt werden, um große Teile des Wärmebedarfs am Standort Niederwinkling zu decken. Im Obergeschoss entstanden des Weiteren neue Büroräume für Bereiche wie Supply Chain, Qualitätsingenieurwesen, Produktionsoptimierung und Produktionsleitung.
Auch die äußeren Merkmale der neuen Spritzgusshalle greifen das nachhaltige Gesamtkonzept auf. Hervorzuheben ist die großflächige Dachbegrünung, die nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch funktionale Vorteile bietet. Die Bepflanzung speichert Regenwasser und verbessert dadurch die Dachentwässerungskapazität. „Gerade bei Starkregenereignissen ist das ein wichtiger Beitrag zur Katastrophenvorsorge“, ergänzt Wallstabe. Zudem verbessert die Begrünung die Gebäudedämmung bei extremen Temperaturen. Vorgesehen ist außerdem, die Halle künftig mit einer Photovoltaikanlage auszustatten, um einen Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort zu decken.
Koordiniert wurde das Projekt von Instandhaltungsleiter Christian Schauer und seinem Team, die während der Bau- und Umzugsphase zahlreiche Gewerke und interne Abläufe aufeinander abstimmen mussten.
Mit diesem Projekt verbindet der Dichtungsspezialist aus Niederwinkling Wachstum mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Trotz der weiterhin anspruchsvollen Rahmenbedingungen in der Automobil- und Zulieferindustrie blickt das Unternehmen damit zuversichtlich in die Zukunft. Die Investition in die neue Halle ist ein klares Zeichen für das Engagement von Wallstabe & Schneider, den Standort Niederwinkling zu stärken und zugleich nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen umzusetzen.


